AKJS begrüßt Trias aus Schutz, Befähigung und Teilhabe – und fordert konsequente Umsetzung in Brandenburg
Die Unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat heute ihre Handlungsempfehlungen vorgelegt. Die Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. (AKJS Brandenburg) nimmt die Empfehlungen zum Anlass, auf notwendige Schritte für Brandenburg hinzuweisen – und auf die Bedeutung von Medienerziehung und erzieherischem Jugendschutz als unverzichtbare Bausteine eines wirksamen Kinder- und Jugendmedienschutzes.
Schutz, Befähigung und Teilhabe: Ein Rahmen, den die AKJS Brandenburg teilt
Die Empfehlungen der Kommission bestätigen, was die AKJS Brandenburg seit Jahren in ihrer fachlichen Arbeit vertritt: Kinder- und Jugendmedienschutz kann nicht auf Verbote oder technische Sperren reduziert werden. Wirksamer Schutz braucht alle drei Dimensionen – Schutz vor konkreten Risiken, die Befähigung junger Menschen zur selbstbestimmten Mediennutzung und die Ermöglichung echter Teilhabe an der digitalen Gesellschaft.
„Ein Verbot allein hätte Sicherheit vermittelt, die es nicht halten kann. Die Trias aus Schutz, Befähigung und Teilhabe ist kein Kompromiss, sondern eine fachliche Notwendigkeit. Wer nur schützt, ohne zu befähigen, lässt junge Menschen allein. Wer nur verbietet, ohne Teilhabe zu ermöglichen, verletzt ihre Rechte. Die AKJS Brandenburg begrüßt, dass die Expertenkommission diese Zusammenhänge klar benennt und in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt.“
Jessica Euler, Geschäftsführerin der AKJS Brandenburg
Medienerziehung und Fachkräftequalifizierung: Ohne nachhaltige Finanzierung bleibt es bei Absichtserklärungen
Die AKJS Brandenburg begrüßt, dass die Expertenkommission Jugendmedienschutz als strukturelle Aufgabe begreift – nicht als Zusatzangebot, sondern als Kernbestandteil des Aufwachsens, sowohl bildend als auch erzieherisch. Die Empfehlungen zur systematischen Stärkung von medienerzieherischer Begleitung entlang der gesamten Bildungskette entsprechen dem, was die AKJS Brandenburg seit Jahren in Brandenburg umsetzt: in Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte, in der Eltern-Medien-Beratung, in der frühpädagogischen Medienbildung und in themenspezifischen Projekten wie GONE („Gemeinsam ohne Hass im Netz“).
Gleichzeitig macht die AKJS Brandenburg darauf aufmerksam, dass die vorhandenen Strukturen für diese Aufgabe nicht ausreichen. Projekte sind befristet, Stellen projektgebunden, Angebote regional ungleich verteilt. Stabile Strukturen sind in die ländlichen Räume kaum vorhanden. Was die Kommission fordert – koordinierter Kinder- und Jugendmedienschutz, systematische Qualifizierung von Fachkräften, niedrigschwellige Angebote für Familien – setzt eine nachhaltige öffentliche Finanzierung voraus. Diese ist in Brandenburg noch nicht gesichert.
Kinder- und Jugendhilfe als Akteur stärken
Die Empfehlungen der Kommission adressieren ausdrücklich die Kinder- und Jugendhilfe als eigenständigen Verantwortungsbereich. Das ist aus Sicht der AKJS Brandenburg richtig und wichtig. Fachkräfte in Jugendämtern, Beratungsstellen, außerschulischer Jugendarbeit und stationären Hilfen sind wichtige Akteure in den Phasen des Aufwachsens junger Menschen und begegnen digitalen Themen täglich – ob Cybermobbing, digitale Gewalt, exzessive Mediennutzung oder die Bedeutung von Gaming und Social Media für die Identitätsentwicklung junger Menschen.
Die AKJS Brandenburg begrüßt die Empfehlungen der Expertenkommission zur Stärkung der Kinder- und Jugendhilfe im digitalen Bereich und unterstützt in der Planung und Umsetzung gerne mit ihrer langjährigen Expertise.
Die AKJS Brandenburg steht für Gespräche und fachliche Einordnung zur Verfügung.
Kontakt:
Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. (AKJS Brandenburg)
Jessica Euler, Geschäftsführerin
info@jugendschutz-brandenburg.de

